Freitag, 9. Juni 2017

Fast gestrandet! Erschreckendes an der Autobahnraststation!

Sollten Sie jemals das Vergnügen haben, oder die Notwendigkeit bestehen, bei einer Autobahnraststation Halt zu machen, nehmen Sie sich ein oder zwei Minuten Zeit.
Nicht um zu Pinkeln, sich die Nase zu pudern oder in der Nase zu bohren, sondern sich in aller Ruhe die anderen Leute anzusehen.

Ich habe es getan. Es war erstaunlich. Es war erschreckend und lustig zugleich.

Lustig, da man einige Leute zu sehen bekommt, die eher an einen Wanderzirkus erinnern, als an eine Familie auf Kurzurlaub. Sie finden Geschäftsreisende in mobilen Büros,
LKW-Fahrer, die sich die Beine vetreten um die nächsten 1000KM zu überstehen, etc.

Erschreckend fand ich in diesem einen Fall jedoch ein Pärchen älteren Baujahres.
Beide geschätzt 80 +.

Sie schälten sich völlig fertig aus der, ebenfalls leicht in die Jahre gekommenen Limusine, schafften es gerade noch so, ohne Krücken zu stehen, sahen wirklich fertig aus.

Das Kennzeichen des Wagens verriet, dass die beiden aus einer Stadt kamen, die ca. 150 KM und in diesem Fall vermutlich
3 Std. Fahrzeit entfernt liegt. Der Startpunkt der Reise ist ja nicht das Problem, aber die Fahrt an sich.
Der Fahrer - wie bereits erwähnt - jenseits der 80 Jahre, völlig überfordert mit dem Verkehrsaufkommen auf der Autobahn, gesundheitlich schon leicht beeinträchtigt, angeschlagen
von den sommerlichen Temperaturen. Schweißgebadet, die Klimaanlage wird natürlich nicht verwendet - man könnte sich ja erkälten - steht er gekrümmt neben dem Auto und stöhnt.
Völlig fertig. Völlig fertig von 150km, die man als Jüngerer auf einer einzige Arschbacke abreiten würde.

Völlig fertig, ebenfalls schweißgebadet, die Beifahrerin. Sie steht ebenfalls neben dem Auto. Ein Erfrischungstuch soll es retten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Tüchlein
annähernd helfen kann, aber sie versucht es eben damit.

150km, sommerliche Temperaturen, die Strecke eigentlich nicht anspruchsvoll, ein reisetaugliches Fahrzeug, Klimaanlage, etc. Alles da, nur die Energie lässt eben nach.

Der erschreckende Gedanke, der mir dann noch geschossen ist, war jener: Die Beiden wollen oder müssen ja noch weiterfahren!!! Noch weiter? Die sind ja jetzt schon eine Gefahr für sich selbst!
Andere, ja auch für andere kann das ein Thema werden. Ob die Beiden das auch so sehen?
Ich habe mir dann vorgestellt, wie dieses Duo nochmals 100km schaffen will! Nochmals Kilometer um Kilometer volle Konzentration!

Ob da nicht die Bahn, der Bus oder auch manchmal ein Taxi die bessere Entschedung wäre?
Ich selbst habe in zwischen fast die 45 Jahresmarke erreicht, habe nach einer Strecke von 4-5-600km die Nase voll, möchte da schon mal eine Pause einlegen, muss mich konzentrieren,
lasse mich von der Klimaanlage kaltstellen, schaffe das Ganze aber noch ohne dass mich die Sinne völlig verlassen.

Irgendwann, ich hoffe es dauert noch, wirds aber auch bei mir mal zu Viel werden.
Ich hoffe, ich merke es dann aber, dass es zu Viel wird!
Ich hoffe, ich merke es dann, dass ich es bleiben lassen sollte!
Ich hoffe, ich strande dann nicht ebenfalls halb tot auf an einer Autobahnraststation und muss feststellen, dass es nicht mehr geht.

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